Ansgar Nüttgens nimmt an der Freiflug-Weltmeisterschaft 1997 teil.

Nach einem hochdramatischen Stechen konnte der 36-jährige IKARUS-Sportler Ansgar Nüttgens sich für die Weltmeisterschaft der Freiflugklasse F1A qualifizieren. Vom 18.-24. August 1997 hat er somit als Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft die deutschen Farben in Sazena (nördl. von Prag)/CSFR vertreten.
In der Klasse F1A-Segelflugmodelle gab es am Ende der vergangenen Saison nach 14 geflogenen Durchgänge keine Entscheidung, da 7 Modellflugsportler jeweils die Maximalflugzeit erreicht hatten. Da beim letzten B-Kader die Witterungsbedingungen kein Stechen zuließen, wurde dies erst am 25.4.1997 in Manching vor den Toren Ingolstadts ausgeflogen. Ansgar konnte hierbei den 3. Platz erreichen und nur 4 Monaten verblieben zur WM-Vorbereitung. Über Winter wurde bereits 2 neue Modelle gebaut, die jetzt noch fertiggestellt und eingeflogen wurden. Vorbereitungen im Modellbaukeller liefen auf Hochtouren auch im Wohnzimmer wurde gebaut - die neuste Bespannung - MICAFILM aus den USA aufgebügelt. Im Mai sollten während einer Trainingswoche in Ungarn und der Teilnahme an 2 Weltcupwettbewerben in CSFR und Ungarn die Modelle auf Herz und Nieren getestet werden. Der Wettbewerb in Sezimovo Usti in der CSFR am 24.5. verlief verheißungsvoll und 1241 von 1260 Sekunden mit einem neuen Modell waren ein erfolgversprechendes Ergebnis. Doch dann kam nach Ankunft in der Pusta schlechtes Wetter und starker Wind. An Fliegen war nicht zu denken und so saß man im Wohnmobil und verbrachte den Tag mit allerlei Dingen und hoffte auf den nächsten Tag. Nachdem am Samstag bereits um 6 Uhr starker Wind von 7 m pro Sekunde über die Pusta blies, zog es Ansgar vor, die Kiste geschlossen zu halten, um die Modelle zu schonen. Unverrichteter Dinge kehrte er wieder zurück. So wurde am 22. Juni der Weltcup "Castilla la Mancha" in Ocana/Spanien zur Generalprobe. Der IKARUS - Modellfugsportler konnte beim intern. Weltcup-Wettbewerb "Castilla la Mancha" in Spanien nach einer spannenden Aufholjagd den 2. Platz belegen. Nachdem am Vortag des Wettbewerbes ein starker Wind das geplante Training zunichte machte, hatte der Wind über Nacht etwas nachgelassen, so daß der Wettbewerb um 8 Uhr gestartet wurde. Ansgar erwischte einen miserablen Start und erreichte nach einem Mißgeschick (der Haken öffnete unbeabsichtigt) nur lediglich 79 Sek. Aus der Traum von einem vorderen Platz im Normalfall. Nicht so in diesem Fall. Durchgang für Durchgang flog Ansgar einen Max (180 Sek.) auf den anderen und gewann an Sicherheit bei diesen thermisch, böigen Windverhältnissen. Im 3. Durchgang erwischte er eine so heftige Thermik, daß das Modell nach 3 Minuten die Thermikbremse auslösend über 10 Minuten auf gleicher Höhe davontrieb und erst nach und nach an Höhe verlor, um schließlich nach 15 Minuten in 5 km Entfernung landete und erfolgreich an die Startstelle zum nächsten Durchgang zurückgebracht wurde. Nach dem vorletzten 6. Durchgang noch auf Platz 5 liegend, geschah im letzten Durchgang dann das Unmögliche. Selbst erzielte er souverän erneut die Maximalzeit, während drei vor ihm liegende Sportler den siebten und letzten Durchgang mit ca. 50 Sek. so stark verpatzten, so daß Ansgar Nüttgens sich am Ende über den 2. Platz aufgrund des Wettbewerbsverlaufes rießig freuen konnte. Wie in so vielen Lebenssituationen bewahrheitete sich hier der Spruch: "Am Ende wird zusammengezählt". Am 15. August war es endlich soweit - Abfahrt mit der Modellflugkiste in seinem Wohnmobil zur Weltmeisterschaft nach Sazena/ Tschechien.

auch das chinesische Team
war am Start >>>
Die deutsche Nationalmannschaft: v.l.n.r. stehend:  Peter Mönninghoff/NRW, Stefan Rumpp/BW, Manfred Hoffmann/NRW, Teammanager Dieter Ducklauss, Uwe Rusch/ST, Claus-Peter Wächtler/SN, Ansgar Nüttgens/SA
v.l.n.r. knieend: Manfred Thomas/SN, Bernhard Strauch/SN, Ralf
Unbehaun/BY

  Die Weltmeisterschaft kann beginnen. Die Unterbringung der 270 Teilnehmer aus 37 Nationen und Helfer erfolgte in der Universität im Norden von Prag, da die Unterkünfte aufgrund der Semesterferien nicht belegt waren. Nach einer kurzweiligen Eröffnungsfeier im Hörsaal der Universität konnte es beginnen.

Alla beim Start des Modell im 3.Durchgang Die Startreihenfolge wurde wie folgt festgelegt: Stefan Rumpp, Ansgar Nüttgens und Uwe Rusch. Jede Nation hat eine eigene Startstelle, wo innerhalb 55 min die 3 Teilnehmer an den Start gehen müssen. Während im ersten Durchgang  noch großflächig ohne Thermikeinfluß die Maximalzeit von 210 sec zu erreichen war, gabe es im zweiten Durchgang bereits erste tragende Aufwindfelder und folglich auch das Gegenteil.  Ansgar hatte sein Modell am Rande eines Aufwindfeldes ausgeklinkt und das Modell kreiste zu großflächig um dieses herum und wurde immer wieder abgedrängt, so daß die Stoppuhr bei Landung leider bei 171 sec. stehen blieb. Fassungslosigkeit bei Teilnehmer und Begleiter, da bei solchem Wetter somit die Finalteilnahme bereits in weite Ferne gerückt ist. Doch das Leben und der Wettbewerb geht weiter, da für die Mannschaftswertung jede Sekunde zählt. So wurde in den restlichen Durchgängen Max auf Max geflogen, lediglich im letzten Durchgang, das Modell war bereits auf 100m weggestiegen, löst sich die Thermik auf einmal an der Grenze von Wiese zu Acker auf und das Modell - wie auch viele andere - "saufte" erbarmungslos ab und lag bei 162 sec. am Boden. mit 1263 sec. von 1290 sec. auf Platz 61 von 107, wobei allein 48 das Stechen erreichten. Teamkollege Uwe Rusch erwischte es im letzten Durchgang mit 179 sec knüppeldick, mit1sec das Stechen nicht erreicht - schon frustierend. Nur Stefan Rumpp konnte mit dem 9.Platz im Stechen sein Ziel annähernd erreichen. Dies ergab 3842 von 3870 sec den 8.ten Platz 8 von 32.
Alla Nüttgens mit den amerikanischen Sportlern Lee Hines und Martin Cowley

neuer Weltmeister wurde Ansgar's Sportfreund aus Kiew/Ukraine: Victor Stamov

Ergebnisliste unter
http://www.ilmailuliitto.fi/lennokki/fftf/results/1997/sazena.htm